Die meisten entscheiden sich nach dem Aussehen zwischen Leinwand und gerahmtem Druck und merken ein halbes Jahr später, dass der Raum die Entscheidung für sie getroffen hat. Ein gerahmter Druck gegenüber dem Fenster spiegelt jeden Nachmittag. Eine Leinwand im dampfigen Bad hängt durch. Die Wand und ihr Licht sind die erste Frage; der Geschmack die zweite.
Was die beiden eigentlich sind
Ein Leinwanddruck ist Ihr Bild, gedruckt auf Baumwoll- oder Polyestergewebe, über einen Holzrahmen gespannt und hinten getackert. Das Bild läuft meist um die Kanten herum, weshalb Leinwand ohne Rahmen hängt. Sie ist leicht, hat kein Glas, und ihre Oberfläche hat Struktur, sodass feine Details und kleine Schrift leicht weicher werden.
Ein gerahmter Druck ist Papier hinter Glas oder Acryl in einer Leiste, oft mit einem Passepartout (dem Kartonrand) zwischen Druck und Rahmen. Das Detail bleibt scharf, der Druck lässt sich später für den Preis des Papiers ersetzen, und das Glas schützt ihn. Er ist schwerer, er spiegelt, und ein großer mit echtem Glas braucht ordentliche Befestigung.
Nach dem Raum wählen
Eine Wand gegenüber einem Fenster oder ein Raum mit Spots ist ein Spiegelproblem. Dort gewinnt Leinwand, oder ein gerahmter Druck mit entspiegeltem Glas, das mehr kostet und sich ab etwa 50 cm lohnt.
Küchen und Bäder haben Dampf, Fett und Temperaturschwankungen. Gerahmte Drucke halten das aus, weil das Glas das Papier abschließt; eine Leinwand nimmt Feuchtigkeit auf und kann sich auf dem Keilrahmen lockern. Wer im Bad trotzdem den Leinwandlook will, nimmt einen Druck auf Acryl oder Aluminium, der abwischbar ist, und genau das verkaufen Galerielabore wie WhiteWall vor allem.
Mietwohnungen und Gipskartonwände mögen alles, was leicht ist. Eine große Leinwand an einem Nagel ist viel einfacher als ein gerahmter Druck von 70 mal 100 cm mit Glas, der zwei Befestigungen will und am liebsten eine Schiene.
Überall, wo man das Bild aus der Nähe betrachtet, im Flur oder über dem Schreibtisch, zeigt sich das Detail eines gerahmten Drucks. Leinwandstruktur wirkt am besten von der anderen Seite des Raums.
Nach dem Bild wählen
Fotos, die schon Struktur in sich tragen, Landschaften, Haut, Stoff, sitzen gut auf Leinwand. Grafische Poster, Typografie, Strichzeichnungen und alles mit kleiner Schrift sehen auf Papier hinter Glas besser aus, wo jede Kante scharf bleibt. Schwarzweißfotografie kann beides; mattes Papier in einem dünnen schwarzen Rahmen ist der Klassiker, und eine Leinwand desselben Bildes wirkt eher wie ein Gemälde.
Größen und der Umschlag
Leinwand wird nach Außenmaß verkauft, und der Umschlag um die Kanten frisst ein paar Zentimeter von jeder Seite Ihres Bildes. Halten Sie Gesichter und Text von den Rändern fern, oder wählen Sie einen gespiegelten oder einfarbigen Umschlag, damit nichts Wichtiges um die Ecke verschwindet. Gerahmte Drucke werden nach Papierformat verkauft, und ein Passepartout macht sie breiter: ein Druck von 50 mal 70 im Passepartout kann als Rahmen von 60 mal 80 hängen.
Wo kaufen
Leinwand ist der günstigste große Druck, den man an eine Wand hängen kann, und die Preisunterschiede zwischen den Anbietern liegen vor allem in der Qualität des Keilrahmens und der Dicke der Leisten. Bestecanvas in den Niederlanden und Myposter in Deutschland liefern beide die Standard-Baumwollleinwand zu Verbraucherpreisen. Gerahmte Drucke reichen von einem Poster im leichten Rahmen bei PosterXXL oder Myposter bis zum museumsgerecht gerahmten Foto bei WhiteWall oder Saal Digital. Wer schon Rahmen hat, bestellt nur den Papierdruck und nutzt, was da ist; das ist der günstigste Weg zu einer Wand, die durchdacht wirkt.